Pressestimmen
Goslaer Zeitung, 22. Mai 2008
Die Dudel
Morbide, makaber, melancholisch
von Sabine Kempfer
(…) Begleiter Peter Müller (…) bot mit seinem Pianospiel den wolkenweichen Boden, in den die Melancholie der meist gesungenen Worte sinken konnte — Müller behandelte die Tasten mit einer Zartheit, als liebkose er den Nacken einer geliebten Frau. Harmonischer kann ein Zusammenspiel kaum sein.
Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 8. Februar 2007
PASSIERT IMMER IHR
Alix Dudel im Stadttheater Hildesheim
Hildesheim. Sie braucht ja nicht viele Requisiten. Zunächst einmal nur einen überdimensionalen Kleiderständer, einen Stuhl, später schleppte sie selber noch ein paar Utensilien auf die Bühne des Stadttheaters. Und dann steht da – und das ist das Wichtigste – ein Flügel. Das Wichtigste außer ihr selbstverständlich: außer Alix Dudel. Und da wird sie auch schon hereingeleitet, die Diseuse, vom Pianisten Peter Müller. Bei der Hand hat er sie genommen. Nicht, weil sie so gebrechlich geworden wäre – der Abend ist der Auftakt zu ihrer „Jubeltour” 2007, seit 20 Jahren steht sie auf der Bühne –, nein, aber dieser Riesenhut, kann sie ja gar nicht sehen, wohin sie tritt. Müller nimmt Dudel also vorsichtshalber bei der Hand, auf dass sie nicht stolpere...
Übrigens stolperte sie auch im übertragenen Sinne nicht, dazu ist Peter Müller ein viel zu versierter Pianist.
Doch erst einmal beginnt die Diseuse zu singen: „Ich bin so schön ...”, das „Klagelied einer Schönen” mit dem Text von Friedhelm Kändler, den sie so sehr liebt. Von dem gibt's an diesem Abend besonders viel. „Der letzte Schrei”, „Die Raben” ... Auch die Texte und Gedichte zwischen den Liedern sind von Kändler, und Dudel erzählt die mal einfach wie nebenher, wie man halt erzählt, was sich so zugetragen hat, was ja im Grunde völlig belanglos ist und eigentlich doch so wichtig.
Klar, da ist viel Heiteres – das Lied von der Frau, die im Theater zu spät kommt und sich durch die Reihe drängt, rein, raus, das Lied vom Neandertaler –, und das Publikum hat dabei auch was zu lachen. Aber berührend wird's bei den Chansons, in denen es um den Tod geht oder um das, was danach sein mag. Vielleicht das schönste: „Ich wollte, du wärst noch hier”.
Wenn Dudel ihre „Jubeltour” – naja, jubeln ... – „Alles passiert immer mir” nennt, passiert selbstverständlich was. In diesem Fall mit dem Mikrofon, so dass sich Sängerin und Pianist in der Pause entschlossen, ohne Verstärker weiterzumachen. Dudel versteht es ohnehin, Nähe zum Publikum herzustellen, man muss dann halt nur noch ein bisschen aufmerksamer zuhören.
Und weil Peter Müller am Flügel ein hervorragender Begleiter und Bernhard Twickler, Gast für eine Szene, ein Komödiant ist, der nicht lärmt, wurde es fast ein bisschen ein intimer Abend.
Westfälische Nachrichten vom 2. Mai 2006
Stolz und Verzweiflung
Packender Liederabend von Annette Koch
Von Anne Viegener
Münster. Die neue Professorin für Gesang, Annette Koch, stellte sich im voll besetzten Saal der Musikhochschule dem münsterschen Publikum vor. Gemeinsam mit ihrem Begleiter Peter Müller aus Hannover bot sie einen deutsch-französischen Abend von der Klassik bis hin zum Chanson.
Im ersten Teil überzeugte Annette Koch mit ihrem leuchtenden, in allen Lagen ausgeglichenen Mezzosopran, sowohl in den lyrischen Liedern von Gabriel Fauré, als auch in der innig sehnsuchtsvoll vorgetragenen Arie der Mignon „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?”
Ein besonderer Höhepunkt waren die Lieder der Maria Stuart op. 135 von Robert Schumann, seine letzte Komposition für Solostimme und Klavier. Dieses Werk zeigt sich zunächst spröde und abweisend. Die Isolation einer in Gefangenschaft lebenden Herrscherin betont Schumann durch stark rhythmische Elemente. Die Melodie tritt zurück; der Text steht im Vordergrund. Der Sängerin gelang zusammen mit dem Pianisten eine zwingende Interpretation, in der Stolz, Kraft, Resignation und Verzweiflung fühlbar wurden. Das ging unter die Haut.
Als krasser Gegensatz folgten Hanns Eislers Hollywood Elegien, mit pointierten Texten von Bertolt Brecht. Hier begegneten sich frecher Wortwitz und die Heimatsehnsucht der Emigranten.
Spätestens an dieser Stelle wurde deutlich, wie sehr das Duo Annette Koch und Peter Müller aufeinander eingespielt ist. Der Liedbegleiter nahm jeder Farbnuance auf, unterstützte, entwickelte weiter und gab intensive Impulse.
Nach der Pause erwartete das Publikum eine furiose Mischung anspruchsvoller deutscher und französischer Chansons. Annette Koch zeigte ihr ganzes schauspielerisches und gesangtechnisches Können, sie beherrscht ihr „Instrument” bravourös. Mit Temperament, Humor und Tiefgang zog sie das Publikum in ihren Bann. Dieses dankte es mit tosendem Applaus und Bravorufen, forderte sogar mehrere Zugaben.
Nach diesem gelungenen Einstand bleibt zu hoffen, dass weitere Konzerte mit diesem Duo folgen werden. Die Musikhochschule hat mit Annette Koch eine gute Wahl getroffen.
...eine Auswahl aus weiteren Kritiken
„Das 2. Schlusskonzert des ARD-Wettbewerbs (...) ließ zugleich
auf einen Klavierpartner oberen Ranges stoßen: auf den hierzulande
bisher unbekannten Peter Müller”
Süddeutsche Zeitung
„(…) ein vorzüglicher Begleiter, mit tiefster Einfühlung, feinstem
Anschlag und subtiler Dynamik.”
Ruhr-Nachrichten
„(…) lyrischer Widerpart am Klavier, der bereits in den kurzen
Introduktionen Atmosphäre versprüht. Es sind nicht nur seine klangmalerischen
Fähigkeiten, sondern auch sein schwereloses, schlicht-poetisches Spiel,
das ihn zu einem ebenbürtigen Partner Quasthoffs macht.”
Göttinger Tageblatt
„(…) mit gepfeffert und grotesk gespielten Harmonien in Müllers
Begleitung. (…) mehr noch, der Klavierpart erhöhte und verdeutlichte die
Interpretation des Sängers.”
The London Times